Trümmerratten History. Ohne Guido Knopp.

Schon in den frühen 1920er Jahren – also während der Anfänge der Trümmerratten – begeisterte die populäre Musikkapelle die Massen mit ihren hypnotischen Botschaften. Auf riesigen Demonstrationen hielten Arbeiter*innen Schilder hoch mit markigen Sprüchen wie z.B. „Alle Macht den Trümmer-Räten“, „Arbeit, nein danke.“ oder „Scheiß Sonne!“. Die Zeit schien reif zu sein für die vollständige Abschaffung der Arbeit, die Befreiung der Massen durch sich selbst (und die Trümmerratten).

Der Propaganda der Arbeitsfetischisten in ihren eigenen Reihen („Müßiggänger schiebt beiseite!“, „Schwerter zu Pflugscharen!“) wollte die Trümmer-Jugend etwas entgegensetzen – nachdem sie erstmal ordentlich ausgeschlafen hatte „vielleicht morgen oder so“. Warum sie jedoch in dieser bewegten Zeit keine revolutionäre Masse bilden konnte, bleibt bis heute ein Rätsel. Die Trümmer-Jugend hat nämlich keinerlei Schriften verfasst oder dokumentierte Veranstaltungen abgehalten – die Treffen verliefen eher spontan, in losen Zusammenhängen in Einkaufspassagen (Kiosknähe) in den Innenstädten der noch jungen Republik. Wenn sie sich einmal aufgerafft haben, dann um uniformierte Aufmärsche der Faschisten zu stoppen oder neues Geld für kalte Getränke heranzuschaffen („Hast du mal ’ne Reichsmark?“).

Noch heute kann man die politischen Nachfahren dieser Bewegung entdecken: In viel zu kleinen, dunklen Räumen hören sie sich gemeinsam Lärm, Krach und Geschrei an, während sie schwitzend und nach Luft ringend gegeneinander springen. Dieser sich wöchentlich – teilweise öfter – wiederholende Ritus ist Ausdruck einer einzigartigen Kultur, die vermutlich auf der Verehrung einer alten Gottheit (Reptiloiden?? Illuminaten?? Unbekannter Affe??) gründet.


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